Ratgeber — Echtheit
Eine echte EPAL-Europalette trägt 7 Pflichtkennzeichen — eine lizenzlose Kopie imitiert selten alle. Wer Fälschungen übernimmt, riskiert die Zurückweisung an der Rampe und den Verlust des Tauschwerts. Hier ist die vollständige Prüfliste für den Wareneingang.
Kurz gefasst: Eine echte EPAL-Palette erkennen Sie an 7 Pflichtkennzeichen. Fehlt auch nur eines, ist das ein Warnsignal. Eine Fälschung wird im Tauschkreislauf zurückgewiesen, verliert ihren Tauschwert (5 bis 15 € je Palette) und führt zu Streit mit Frachtführern und anspruchsvollen Abnehmern (Handel, Lebensmittelindustrie).
Die EPAL-Europalette (800×1200 mm) ist der Referenz-Ladungsträger des europäischen B2B — und in Deutschland die Tauschpalette schlechthin: An der Rampe werden volle gegen leere, tauschfähige Paletten getauscht, ergänzt durch Palettenkonten und Tauschsalden. Ihr Wert beruht auf diesem offenen Pool: Jede Palette zirkuliert zwischen Verladern, Frachtführern und Empfängern und wird zu gleichem Wert getauscht (5 bis 15 € je nach Zustand und Region).
Das System funktioniert nur, weil jede Palette von einem EPAL-lizenzierten Betrieb gefertigt, repariert und gekennzeichnet wird. Die Lizenz garantiert exakte Maße, Holzqualität, Brettanzahl, Nageltyp und die ISPM-15-Behandlung. Wer EPAL kauft, kauft nicht nur Holz — er kauft den Zugang zum Tauschkreislauf.
Das Problem: Fälschungen sind verbreitet. Ohne die Pflichtkennzeichen wird eine Palette, die nur „wie eine EPAL aussieht“, von den Poolteilnehmern zurückgewiesen — Ihr Bestand ist dann faktisch Einwegware zu einem Bruchteil des angenommenen Werts. Zur Einordnung: Unsere veröffentlichte Spanne für die EPAL 1. Wahl liegt bei 10,50 – 13,30 € netto je Stück — eine lizenzlose Kopie wird deutlich darunter gehandelt und ist im Tausch wertlos.
Das sichtbarste Kennzeichen: der Schriftzug EPAL im Oval, in das Holz der äußeren Klötze eingebrannt (linker und rechter Klotz der 1200-mm-Seite). Ältere Konvention: das Zeichen „EUR“ im Rechteckrahmen (Paletten vor 2013). Beide sind heute im Pool gültig; das ovale EPAL-Zeichen ist der aktuelle Standard.
Jede EPAL-Palette ist ISPM-15-behandelt (Wärmebehandlung 56 °C / 30 min). Das Pflichtkennzeichen sitzt auf dem Mittelklotz: Rechteckrahmen mit dem IPPC-Ährenlogo, Ländercode, Registriernummer des Betriebs und Kürzel der Methode — „HT“ für Heat Treatment („MB“, Methylbromid, ist in der EU verboten). Beispiel: DE-XXX HT bei deutschen, FR-XXX HT bei französischen Herstellern. Ohne lesbares IPPC-Zeichen ist die Palette für den Export in Nicht-EU-Länder unbrauchbar. Ratgeber ISPM 15 →
Jede Palette trägt die Lizenznummer des EPAL-Betriebs, der sie gefertigt hat — ein eindeutiger Identifikator in Verbindung mit dem Ländercode. Über die EPAL-Website (epal-pallets.org) lässt sich prüfen, ob die Nummer zu einem Betrieb mit laufender Lizenz gehört. Eine nicht existierende oder erloschene Nummer = Fälschung oder Ware eines Betriebs, der seine Lizenz verloren hat.
Auf einem der Klötze steht das Produktionsjahr (mit Monats- bzw. Chargenangabe). Eine gepflegte EPAL-Palette bleibt 5 bis 7 Jahre im Umlauf; danach gehört sie in die Hände eines lizenzierten Reparaturbetriebs. Kein Jahr erkennbar — oder ein Jahr, das nicht zum Abnutzungsbild passt: verdächtig.
An einem der Klötze sitzt eine Prüfklammer (bzw. ein markierter Prüfnagel), die die unabhängige Qualitätskontrolle der EPAL-Produktion belegt. Bei reparierten Paletten kennzeichnet der EPAL-Prüfnagel die Reparatur durch einen lizenzierten Betrieb. Keine Prüfmarke = keine Kontrolle = nicht poolkonform.
Die Maße der EPAL-Palette sind streng genormt: 800 mm breit × 1.200 mm lang × 144 mm hoch, enge Toleranzen im Millimeterbereich. Eine Palette, die davon abweicht (etwa 790×1190 mm oder nur 120 mm hoch), ist keine EPAL — auch wenn sie andere Kennzeichen trägt. Im Zweifel: nachmessen.
Genormter Aufbau: 11 Bretter (5 Deckbretter, 3 Bodenbretter, 3 Querbretter), 9 Klötze in 3×3-Anordnung und exakt 78 Spezialnägel mit geprägtem Kopf, in Länge und Durchmesser genormt. Eine Palette mit weniger Brettern oder glatten Rundnägeln ist nicht EPAL-konform — Brandzeichen hin oder her.
🔍 Praxis-Tipp: Fälscher imitieren meist 4–5 Kennzeichen und lassen die unauffälligen weg — Prüfklammer, millimetergenaue Maße, Nagelzahl. Zählen Sie an einer Stichprobe Ihres Loses die Nägel und messen Sie nach: Das dauert Minuten und ist sehr aufschlussreich.
Gehen Sie vor der Annahme eines Loses 2–3 zufällig gewählte Paletten durch:
☐ Ovales EPAL-Brandzeichen auf den Eckklötzen beider Seiten (nicht nur auf einem)
☐ IPPC/ISPM-15-Kennzeichnung (Ländercode + Registriernummer + HT) lesbar und vollständig
☐ Lizenznummer identifizierbar (Abgleich über epal-pallets.org möglich)
☐ Produktionsjahr lesbar und zum Abnutzungsbild passend
☐ Prüfklammer bzw. Prüfnagel an einem der Klötze vorhanden
☐ Maße nachgemessen: 800×1200×144 mm
☐ Konstruktion: 11 Bretter, 9 Klötze, Spezialnägel mit Prägung (keine glatten Rundnägel)
Fallen mindestens 2 Kriterien durch, verweigern Sie die Annahme oder verhandeln Sie das Los zum Einwegpaletten-Preis nach. Wichtig fürs Protokoll: Äußerlich erkennbare Mängel dem Frachtführer bei Ablieferung anzeigen, verdeckte Mängel innerhalb von 7 Tagen (Schadensanzeige, § 438 HGB) — mit Fotos dokumentieren.
Vor dem Kauf: Lassen Sie sich vom Lieferanten die Herkunft der Ware belegen — bei Neupaletten das Herstellerzertifikat mit gültiger EPAL-Lizenznummer. Ein seriöser Lieferant liefert das ohne Umschweife.
Beim Wareneingang: Bei größeren Losen (mehrere hundert Paletten) 10 Paletten stichprobenartig mit der Checkliste prüfen und fotografieren. Abweichungen schriftlich festhalten und fristgerecht anzeigen (siehe oben).
Im Streitfall: Melden Sie den Fall dem nationalen EPAL-Komitee — in Deutschland ist das EPAL Deutschland. Ein lizenzierter Betrieb, der Fälschungen liefert, riskiert den Lizenzentzug und markenrechtliche Schritte.
Bei DirectPAL sind alle Europaletten EPAL-konform, vor der Verladung sortiert und geprüft — auf die Tauschkriterien und auf die Lesbarkeit der Kennzeichen. Die Qualitätsklasse steht in jedem Angebot; die Herkunftsbelege stellen wir auf Anfrage bereit. Zur EPAL-Produktseite →
Eine echte EPAL wird deutlich über einer lizenzlosen Kopie gehandelt, weil sie Zugang zum offenen Tauschpool gibt. Fälscher imitieren die Kennzeichen, um zum EPAL-Preis zu verkaufen. Risiko für den Käufer: Zurückweisung an der Rampe, Verlust des Tauschwerts (5 bis 15 € je Palette), Streit mit Frachtführern und anspruchsvollen Kunden.
Kennzeichen auf allen Eckklötzen auf Stimmigkeit prüfen (gleiche Lizenznummer, gleiches Jahr), Hersteller über epal-pallets.org verifizieren, beim Loskauf ein Herstellerzertifikat verlangen. Im Streitfall den Fall dem nationalen EPAL-Komitee melden — in Deutschland EPAL Deutschland.
Dynamisch (in Bewegung): 1.500 kg. Statisch (am Boden): 4.000 kg. Im Regal: rund 1.000 kg verteilte Last. Diese Werte setzen eine Palette in gutem Zustand voraus — eine Fälschung kann weit darunter versagen und Ihre Haftung auslösen. Traglasten verstehen →
Ja — sofern die Reparatur von einem EPAL-lizenzierten Reparaturbetrieb ausgeführt wurde. Die Palette erhält dann den EPAL-Prüfnagel. Eine „wilde“ Reparatur durch einen nicht lizenzierten Betrieb beendet die EPAL-Konformität, auch wenn die Originalkennzeichen erhalten sind.
Wir verkaufen EPAL-konforme, sortierte und geprüfte Europaletten — 1. und 2. Wahl mit vollständigen Kennzeichen. Veröffentlichte Spanne für die 1. Wahl: 10,50–13,30 € netto je Stück. Herkunftsbelege auf Anfrage.