Norm
Wie die forstliche PEFC-Zertifizierung eine verantwortungsvolle Holzbeschaffung für Paletten sicherstellt — und warum das Thema für deutsche Unternehmen an Gewicht gewinnt: EUDR und CSRD an erster Stelle.
PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) ist, gemessen an der zertifizierten Fläche, das größte forstliche Zertifizierungssystem der Welt. Gegründet 1999, ist es heute in 55 Ländern vertreten und zertifiziert mehr als 300 Millionen Hektar Wald.
PEFC ruht auf zwei sich ergänzenden Säulen: der Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung (die Wälder werden verantwortungsvoll bewirtschaftet) und der Chain-of-Custody-Zertifizierung (CoC), die die Rückverfolgbarkeit des Holzes über jede Verarbeitungsstufe sicherstellt — vom Stamm bis zum Endprodukt.
Das System arbeitet mit gegenseitig anerkannten nationalen Schemata: PEFC Deutschland für Deutschland, PEFC France für Frankreich — ein in Frankreich PEFC-zertifiziertes Holz gilt auch in den Augen eines deutschen Auftraggebers als zertifiziert.
Unsere Paletten werden zu 100 % in Frankreich beschafft: Rücknahme, Sortierung, Reparatur und Fertigung innerhalb einer kurzen, dokumentierten Kette. Frankreich gehört bei der PEFC-Zertifizierung zu den am weitesten fortgeschrittenen Ländern: 100 % der Staatswälder (bewirtschaftet vom ONF) sind zertifiziert — das sind 5,1 Millionen Hektar —, hinzu kommt ein erheblicher Teil der Kommunal- und Privatwälder.
Für die Palettenbranche heißt das: Ein großer Teil des Nadelholzes (Kiefer, Tanne, Fichte), das die französische Kette verarbeitet, stammt bereits aus zertifizierten Wäldern. Für einen deutschen Einkäufer ist das eine innergemeinschaftliche, kurze und rückverfolgbare Lieferkette — genau das, was die neuen europäischen Regelwerke verlangen. Wir beanspruchen kein eigenes PEFC-Zertifikat: Der Vorteil liegt in der Kette, nicht in einem Hauslabel.
70 % der Verbraucher halten es laut PEFC-Verbraucherbefragung für wichtig, dass Unternehmen für ihre Produkte und Verpackungen auf die PEFC-Zertifizierung setzen. Immer mehr Auftraggeber — Handel, Automobilindustrie, Chemie, Lebensmittelindustrie — verankern Kriterien verantwortungsvoller Holzbeschaffung in ihren Lieferantenanforderungen, in Deutschland wie überall in Europa.
Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), deren Anwendung zum 30. Dezember 2026 vorgesehen ist, verpflichtet Unternehmen nachzuweisen, dass ihre holzhaltigen Produkte nicht zur Entwaldung beitragen. Sie gilt in Deutschland und Frankreich gleichermaßen: Als Verordnung ist sie in der gesamten EU unmittelbar anwendbar. Die PEFC-Zertifizierung erleichtert diese Konformität erheblich, weil sie eine dokumentierte Rückverfolgbarkeitskette vom Wald bis zum Endprodukt liefert.
EUDR rechtzeitig vorbereiten: Ab Ende 2026 müssen Unternehmen die Herkunft des Holzes in ihren Lieferketten dokumentieren. Holz französischen Ursprungs aus einer großflächig PEFC-zertifizierten Kette ist deutlich einfacher zu dokumentieren als Holz ferner oder unbekannter Herkunft. Wer heute mit einer kurzen innergemeinschaftlichen Kette arbeitet, verschafft sich bei dieser Pflicht einen Vorsprung.
Für Unternehmen, die der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD unterliegen — in Deutschland wie in der gesamten EU —, ist der Einsatz von Paletten aus zertifiziertem Waldholz ein konkreter, überprüfbarer Indikator verantwortungsvoller Beschaffung. Ein greifbares Element für Ihre Nachhaltigkeitsberichte.
Beide Zertifizierungen verfolgen dasselbe Ziel nachhaltiger Waldbewirtschaftung, mit unterschiedlichen Ansätzen. Der FSC (Forest Stewardship Council, gegründet 1993) hat eine zentralisierte internationale Governance. PEFC arbeitet mit gegenseitig anerkannten nationalen Schemata — besser geeignet für kleine Waldbesitzer, die die Mehrheit des europäischen Privatwaldes stellen, in Deutschland wie in Frankreich.
In der westeuropäischen Palettenbranche ist PEFC nach zertifizierter Fläche deutlich weiter verbreitet als FSC. Beide Zertifizierungen werden von Märkten und Auftraggebern anerkannt.
Über die forstliche Zertifizierung hinaus ist die Holzpalette ihrem Wesen nach ein Produkt der Kreislaufwirtschaft. Sie ist reparierbar (eine EPAL-Palette kann mehrfach repariert und wieder in Umlauf gebracht werden), recycelbar (Altholz wird zu Spanplatten oder Biomasse-Energie) und aus einem nachwachsenden Rohstoff gefertigt.
In Frankreich liegt die Recycling- und Wiederverwendungsquote von Holzpaletten über 80 %. Damit gehört die Holzpalette zu den kreislauffähigsten Verpackungen der Logistik — ein Argument, das in Umweltbilanzen zählt, unabhängig davon, in welchem Land die Palette umläuft.
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Offizielle Quellen:
PEFC International — Programm zur Anerkennung forstlicher Zertifizierungssysteme, vertreten in 55 Ländern.
PEFC Deutschland — deutsches nationales Schema der forstlichen Zertifizierung.
PEFC France — französisches Schema, Chain-of-Custody-Zertifizierung für die Holzverarbeiter.
FSC (Forest Stewardship Council) — international anerkannte alternative Zertifizierung.